Jolie - Teil 3: “Die Auflösung des Falls” + Update zu White Tiger

Shownotes

Nacktbilder im Netz. Ein anonymer Erpresser. Und eine junge Frau, die beschließt, sich nicht länger zu verstecken. In drei Episoden erzählen Svea Eckert und Eva Wolfangel die wahre Geschichte von “Jolie”. Dabei geht es um digitale Gewalt, Ermittlungen im Netz und den langen Weg zurück zur Selbstbestimmung. Ein Mini-Serie, in der wir über Täterspuren sprechen, die niemand sehen soll und eine junge Frau, die sie trotzdem findet. Außerdem gibt es ein kurzes Update, eine Einordnung zum aktuell laufenden “White Tiger” Verfahren in Hamburg. Von Svea Eckert und Eva Wolfangel Musik und Produktion: Marko Pauli.

Shownotes: Seid ihr betroffen von digitaler Gewalt? Diese Organisationen helfen euch. Dazu reinhören bei Bits & Böses: https://www.heise.de/news/Bits-Boeses-Dem-Hass-nicht-das-Internet-ueberlassen-10478412.html Hintergrund digitale Gewalt: https://www.heise.de/hintergrund/Digitale-Gewalt-was-ist-das-und-wie-kann-ich-mich-wehren-6541527.html Chronologie “White Tiger” Fall in Hamburg: https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/white-tiger-prozess-startet-chronologie-eines-verstoerenden-falles,whitetiger-104.html

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00:00:00: Sie stand am Beginn ihres Erwachsenenlebens und das hätte sie sehr verfolgen können.

00:00:07: Wie so ein peinliches Foto, das man irgendwann mal gepostet hat und dann beim Job Talk irgendwann wird einem das vorgehalten, sind sie das?

00:00:16: Das Internet, man sagt ja immer, vergisst nichts und deswegen war es mir sehr wichtig, dass wir hier zu einem Erfolg kommen.

00:00:25: Hier war es ein ganz persönliches Schicksal und es ging um eine ... ja.

00:00:30: junge Person, die es zu beschützen galt.

00:00:37: Hey, das ist keine normale Folge von Day Talk Tech.

00:00:41: Denn in dieser letzten Folge von Jolie, die Jagd nach dem Unsichtbaren nehmen wir euch mit, in eine Story, die uns seit Jahren beschäftigt.

00:00:50: Es geht um eine junge Frau, die erpresst wird, deren Nacktfotos auf Fortune landen zusammen mit ihrem Namen Social Media Accounts.

00:00:58: Sie will auf die Suche gehen nach dem Täter.

00:01:02: Das ist Folge drei.

00:01:04: Die Auflösung bringt ein Hundefoto.

00:01:12: Und damit herzlich willkommen zu They Talk Tech.

00:01:15: Ich bin Eva Wolf-Angel, Tech-Journalistin.

00:01:17: Und ich bin Svereckard, auch Tech-Journalistin.

00:01:21: Das ist, wie gesagt, die dritte und letzte Folge unserer Miniserie.

00:01:24: Und wenn ihr die ersten beiden noch nicht gehört habt, dann solltet ihr am besten erst mal dort einsteigen.

00:01:29: Denn hier springen wir jetzt mitten rein in die Geschichte und in dieser Folge erzählt uns Julie, wie sie den Täter gefunden hat, gemeinsam mit einem Cyber-Fahnder.

00:01:37: Und das wollen wir euch erzählen.

00:01:38: In diesem Zug sprechen wir aber auch über den fortlaufenden Prozess zu White Tiger.

00:01:46: Aber erst mal zurück zu unserer Geschichte und zu Julie.

00:01:50: Dann gab es diesen Click-Moment bei mir so auf den Ha!

00:01:53: Mein Ex hat mir doch erzählt, dass er, als ich mit ihm abhängen wollte, keine Zeit hatte, weil sein Kumpel voll traurig gewesen ist, weil sein Hund eingeschlefert wird.

00:02:05: Wow.

00:02:08: Moment.

00:02:08: Jetzt müssen wir einmal kurz zusammenfassen.

00:02:10: In einer Oktobernacht wurde Jolie darauf aufmerksam gemacht, dass Nacktfotos von ihr auf Fortnite kursieren.

00:02:17: Fortnite ist so eine Art Internet-Forum.

00:02:20: Daraufhin hat sie Screenshots gemacht und einen Freund gebeten, zahlreiche weitere Threats zu dem Thema mit diesen Nutzern, wenn sie den gleichen Nutzernamen hatten, auch zu sichern.

00:02:30: Und dabei ist hier aufgefallen, dass Ihre Bilder schon mal gepostet worden sind, und zwar sechs Monate vorher.

00:02:36: Das hatte sie nicht mitbekommen, weil sie da nicht persönlich genannt wurde und eben auch nicht geteckt.

00:02:40: Keine Social Media Accounts und so weiter.

00:02:42: Aber derjenige, der diese Fotos ein halbes Jahr vorher gepostet hatte, hatte auch ... Ein Hundefoto gepostet.

00:02:49: Und bei diesem Hundefoto ist ja was aufgefallen.

00:02:52: So, und dann ...

00:02:54: Moment.

00:02:55: Aber diesen Typ, den hab ich vielleicht dreimal gesehen.

00:02:58: Ich bin ja mit ihm auf Facebook befreundet.

00:03:01: Dann hab ich seinen Facebook-Profil gesehen.

00:03:03: Und das selbe Bild, das in diesem Schwets zu meinen Leckbildern

00:03:06: gepostet wurde.

00:03:07: Von

00:03:08: dem Hund, ne?

00:03:08: Von dem

00:03:08: Hund hab ich auf seinem Facebook-Profil

00:03:11: gesehen.

00:03:12: Ja,

00:03:12: und auf

00:03:12: einmal ist wie Tomaten von den Augen gefallen.

00:03:15: Alles hat extrem Sinn gemacht.

00:03:17: Total euphorisch.

00:03:18: Ich wusste endlich, wer es war.

00:03:19: Ich wusste, wer mir das angetan hat.

00:03:21: Ich wusste immer noch nicht so ganz warum, aber ich wusste,

00:03:25: wer es war.

00:03:26: Das Kind hatte

00:03:27: einen Namen und ich hatte jetzt quasi einen greifbaren Gegner.

00:03:36: Das muss also der Täter sein.

00:03:39: Sie steht jetzt vor einer Herausforderung.

00:03:42: Sie weiß, sie ahnt, wer der Täter ist.

00:03:45: Sie weiß aber noch nicht, wie er an ihre Fotos gekommen ist.

00:03:49: Und vor allem musste das ganze Jahr wiederum bei der Polizei vortragen.

00:03:52: Und die müssen das auch noch gerichtsfest nachweisen.

00:03:55: Hören wir mal rein in unser Interview mit dem damaligen Ermittler des Falls, Philip Pollard vom Hamburger LKA.

00:04:02: Ja, durch die aktive und raffinierte Mithilfe von Jolie war es dann eigentlich möglich, hier ein Fall zu lösen, weil er eine Art Beziehungstat darstellt.

00:04:14: Ich habe dann einen deutlich kleineren Täterkreis.

00:04:17: Ich habe nicht das große Internet mit seiner vermeintlichen Anonymität, sondern ich habe eine Auswahl an möglichen Tätern.

00:04:24: Und deshalb hat die Polizei dann wieder eine Hausdurchsuchung angeordnet.

00:04:27: Die ist mal eben bei dem jungen Mann mit dem Hund und hat Laptops, Festplatten, das Handybeschlag nament.

00:04:33: Ja, aber nichts darauf gefunden.

00:04:36: Der Täter war über sein soziales Umfeld bereits, über die polizeilichen Maßnahmen.

00:04:42: vorgewarnt worden.

00:04:43: Er wusste also, da hat es eine Durchsuchung gegeben und er hatte viel Zeit seine eigene IT vorzubereiten auf etwaige Untersuchungsmaßnahmen.

00:04:56: Und so war es ihm eben gelungen, der ersten Auswertung sich praktisch zu entziehen.

00:05:03: Also er hat gekonterweise dafür gesorgt, dass unser Vorgehen erstmal in nichts Mündete und Datenträger formatiert.

00:05:14: Das ist schon krass.

00:05:16: Das ist schon hart.

00:05:18: Aber jeder, der sich mit Formatieren auskennt, weiß ja, die Daten müssen nicht weg sein.

00:05:24: Genau.

00:05:25: Und hier müssen wir einmal kurz erklären, weil das geht vielleicht sonst zu schnell.

00:05:29: Datenträger zu formatieren und das wissen vielleicht manche von euch, heißt eben nicht, dass die Daten komplett weg sind, sondern dabei wird erst mal nur die Festplatte vorbereitet, damit sie wieder benutzt werden kann.

00:05:40: Das ist ein bisschen wie ein Blatt Papier, wenn man darauf Linien zieht, um dann drauf schreiben zu können.

00:05:45: Aber jetzt kommt es, beim Formatieren wird eben nicht alles gelöscht, sondern die Daten bleiben erhalten.

00:05:49: Es wird quasi nur dem System gesagt, hier ist Platz frei, hier kannst du was drüber schreiben.

00:05:55: Die Daten sind aber noch da, und zwar an den sogenannten Sektorengrenzen, wie uns Philipp Pollard dann erzählt hat.

00:06:00: Und da war auch das Problem, weil bei einem Format eines Datenträgers haben unsere Standardwerkzeuge nicht gegriffen.

00:06:08: Damit man solchen Datenmengen überhaupt her wird, geht man nach bestimmten Schematta vor und man sucht nach Dateien, wenn sie gelöscht worden sind, an sogenannten Sektorgrenzen.

00:06:20: Genau, man kann sich so eine Festplatte vorstellen, wie ein Regal, was aus Fächern besteht.

00:06:25: Das sind die sogenannten Sektoren oder Speichereinheiten.

00:06:29: Und jetzt kommt es, wichtig, ein Computer kann nur ganze Sektoren lesen und beschreiben.

00:06:36: Halbe Sektoren, also halbe Regale gibt es nicht.

00:06:40: Und Dateien passen fast nie in einen Sektor, die enden einfach mittendrin.

00:06:45: Das heißt, Der Rest des Sektors wird nicht neu beschrieben, wird auch nicht automatisch gelöscht.

00:06:51: Er bleibt einfach so, wie er vorher war.

00:06:55: Und genau dort liegen dann die Reste alter Dateien.

00:06:58: Weiter mit Philipp Pauleit.

00:07:00: An diesen Sektor-Grenzen sind wir nicht fündig geworden, weil die Sektor-Grenzen sich im Rahmen der Formatierung verschoben hatten.

00:07:05: Auch da haben sie nichts gefunden.

00:07:07: Und damit scheint Juli, sie nach dem Täter, endgültig vorbei zu sein.

00:07:13: Das Verfahren wird eingestellt.

00:07:15: Wir ist dann halt das Herzniveau so gut.

00:07:17: Weißt du, oh

00:07:18: nein.

00:07:19: Das waren die Beweismittel.

00:07:20: Und meine Beweismittel.

00:07:22: Das ist alles Medizin.

00:07:23: Mmh.

00:07:25: So ein Scheiß.

00:07:27: Aber Philipp Pollert hat noch eine Idee gehabt und der kam extra noch mal rein.

00:07:31: Also er hat sich wirklich, und das fand ich beeindruckend an ihm und seiner Person, er hat sich verantwortlich gefühlt und hat gesagt, Moment mal, wir können doch nicht aufgeben.

00:07:40: Also er ist extra noch mal an die Daten ran, hat extra gesagt, lass uns noch mal gucken.

00:07:43: Und also braucht es dann später noch ein weiteres Tool, um auch dort fündig zu werden.

00:07:51: Und in dem Fall haben wir es dann nochmal kombiniert, nochmal so eine Art Kreuz-Double-Check gemacht mit einer anderen Software und die haben es dann erbracht, weil die eben nicht nur an den Sektorgrenzen gesucht hat.

00:08:02: Genau, dann gab es eine Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft.

00:08:05: Sehr, sehr eilig und dringend, Mensch.

00:08:07: Hier ist doch was gefunden worden, auch genau da, wo wir es eigentlich von vornherein antizipiert hatten.

00:08:13: Und dann hat die Staatsanwaltschaft das sehr schnell wieder aufgenommen.

00:08:28: Ja, krasse Ausgang, oder Eva?

00:08:30: Also da hat jetzt tatsächlich der Ermittler dann am Ende mit den Unterschied gemacht, also neben Jolie, die quasi wie ein Bullterie an der Sache dran geblieben ist, diese ganzen Daten gesichert hat.

00:08:41: Im Prinzip konnte nur so am Ende das gelingen.

00:08:44: Jetzt ist natürlich die Frage, kann der Täter auch verurteilt werden?

00:08:48: Also reichen die Spuren aus?

00:08:50: Also, wie du sagst, was ich wirklich bemerkenswert finde an dem Fall ist, die beiden Personen, glaube ich, total relevant dafür waren.

00:08:57: Weil man kann sich so ein bisschen vorstellen, wie viele Verfahren dann einfach vorbei sind an so einem Punkt.

00:09:01: Die haben es mit der ersten Technik versucht.

00:09:03: Da ist dann nichts.

00:09:04: Sie finden keine Spuren.

00:09:06: Und dann, klar, Ermittlungsbehörden sind auch überlastet.

00:09:09: Dann gibt es andere wichtige Fälle.

00:09:10: Und dann, wenn da nicht jemand persönlich sich dahinter klemmt, wie jetzt Philipp Pauleid.

00:09:14: Dann passiert es eben schnell, dass alle aufgeben.

00:09:17: Und klar, Betroffene wie Jolie wissen ja auf technisch auch nicht genau Bescheid.

00:09:23: Wenn man denen gesagt hat, sorry, auf dem Datenträger war nichts zu finden, die Computer waren sauber, dann muss man erst mal drauf kommen, darauf zu beharren, dass man doch noch mal schaut.

00:09:32: Also von daher, ja, ich find's beeindruckend.

00:09:36: Und glaube echt bezeichnend und auch ein Vorbild für solche Fälle.

00:09:39: Also ein Vorbild für alle, die mir so was zu tun haben, nicht so schnell aufzugeben auch.

00:09:43: Ja, was passiert ist, es gab dann gar kein öffentliches Verfahren, es gab einen Strafbefehl an den Betroffenen.

00:09:50: Das ist möglich bei Vergehen, wenn die Staatsanwaltschaft eben sagt, dass es echt hinreichend bewiesen und der beschuldigte Kaleinspruch einlegt.

00:09:57: Und dann wird eben so ein Strafbefehl rechtskräftig und dann ist es eine Geldstrafe, die denige bezahlen muss.

00:10:02: In dem Fall schien es sehr eindeutig zu sein, von der Staatsanwaltschaft die Belegelagen da.

00:10:07: Und zwar konnten Julie und Phillip Pollard eben nachweisen, dass diese Fotos, die später auf Fortune veröffentlicht worden waren, hatten ja Metadaten von WhatsApp-Fotos.

00:10:18: Das heißt, man konnte anhand der Fotos sehen, wann diese auf WhatsApp weitergegeben wurden.

00:10:25: Also das Datum an dem, der Täter die Fotos bekommen hat, konnte man sehen.

00:10:29: Und so konnten die beiden im Nachverfolgen dass an dem Tag sich der Ex-Freund von Juli mit dem Täter getroffen hat.

00:10:37: Und offenbar, das für mich noch so ein bisschen in Rätsels, wie ja vielleicht kannst du das auflösen an der Geschichte, hat der sich die Fotos dann ja selbst per WhatsApp geschickt.

00:10:44: Aber wieso hat der Ex-Freund das eigentlich später in seinem Verlauf gesehen?

00:10:48: Ja, genau das gab's damals noch nicht.

00:10:50: Also, diese Nachricht wurde gelöscht, die man heute sieht.

00:10:55: Wenn man bei WhatsApp eine Nachricht löscht, die gab's damals noch nicht.

00:10:58: Das hat WhatsApp erst später eingeführt.

00:11:01: Und genau, also es war tatsächlich so die Lösung des Falses.

00:11:06: Das war eine Freundesgruppe und die waren zusammen unterwegs, die haben auch zusammen übernachtet auf Festivals oder so.

00:11:12: Und dieser Täter, dieser Freund, soll ich mein Anfangszeichen, der hat dann, wenn die geschlafen haben, dann ist er an die Handys gegangen, die war nicht gesperrt, also hatten kein Code.

00:11:24: Und der hat sich dann die Nacktfotos der damaligen Freundinnen selbst geschickt.

00:11:30: um sie dann eben zu veröffentlichen.

00:11:32: Und diesen Chat, den hat er dann wieder gelöscht.

00:11:35: Und das konnte man dann zusammen mit den gesicherten Daten aus der Hausdurchsuchung, mit der Daten der Fotos von WhatsApp, also wie du es eben gesagt hast, das konnte man dann nachweisen.

00:11:46: Aber krasse Nummer, oder?

00:11:48: Ja, krasse kriminelle Energie.

00:11:52: insbesondere Freunden gegenüber, aber das heißt auch, ja, sperrt eure Handys.

00:11:56: Also man kann Handysperren, man kann ja Messenger noch mal extra sperren.

00:11:59: Tatsächlich glaube ich, gibt es da viele Gründe, das einfach zu tun bei Default.

00:12:05: Ja, der andere Punkt ist ja, dass es dann eben diesen Strafbefegearbeits eben alles so eindeutig war.

00:12:10: Der Betroffene hat es auch akzeptiert, hat Geld gezahlt, neunzig Tagessätze hat Jolie uns gesagt, wohl gleichzeitig ist natürlich dann sowas für die Betroffenen.

00:12:20: kann nur was enttäuschend sein.

00:12:21: Wenn so was über ein Strafbefehl geregelt wird und eben nicht über ein Gerichtsverfahren empfiehlt, lässt sich fehlt die Aufarbeitung auf eine gewisse Art und Weise.

00:12:31: Und was ist dann als ... zweite Möglichkeit natürlich noch gibt, ist das Zivilrecht.

00:12:36: Das ist wirklich auch wichtig, weil darüber können Betroffene sowohl verlangen, dass die Daten gelöscht werden, dass so was künftig unterlassen wird.

00:12:43: Und wenn die Täter was wieder machen, dann gibt es sofort wieder, müssen sie aber wieder Strafe zahlen.

00:12:48: Also sie können aber vor allem auch Schadensersatz und Schmerzensgeld verlangen.

00:12:52: Was theoretisch natürlich gut klingt, aber in der Praxis oft auch nicht so einfach ist.

00:12:56: Weil natürlich solche Täter oft auch zahlungsunfähig sind.

00:12:59: D.h.

00:12:59: da kommt dann sehr, sehr wenig Geld an und oft werden auch die Sätze sehr niedrig angesetzt.

00:13:04: Aber in dem Fall war der Junge was das Gegenteil, der soll der reichste Junge im Viertel gewesen sein, der war durchaus gut situiert.

00:13:11: Zumindest die Eltern des jungen Mannes sollen ja Geld gehabt haben, aber ... Zivilrechtlich wollte sie das nicht weiter verfolgen, denn das hätte ja bedeutet, dass es ein öffentliches Verfahren gegeben hätte.

00:13:22: Und das wollte sie auf keinen Fall, also auch vor allem ja, weil sie es ihren Eltern nicht erzählt hatte und das auch aus dem Umfeld nur bestimmte Menschen wussten, hat sie uns gesagt, nee, zivilrechtlich wollte ich nicht vorgehen.

00:13:47: Ich vorbei, du hast ja eben auch schon gesagt, dass der Täter bei Jolie gut situiert war, will ich einmal die ... Gelegenheit nutzen und mal eine interessante Parallele ziehen zu dem White Tiger Fall, der ja aktuell in Hamburg verhandelt wird.

00:14:04: Prozessauftakt war Anfang Januar.

00:14:07: Inzwischen ist auch die Anklage verlesen worden.

00:14:10: Und was man von dem heute einundzwanzigjährigen weiß, ist, dass er eben auch aus gut situierten Verhältnissen kommt.

00:14:17: Also er hat Medizin studiert.

00:14:20: an einer privaten Hochschule in Hamburg, er lebte in einer Wohnung der Eltern, einem gut bürgerlichen Stadtteil.

00:14:27: Und das finde ich schon interessant, weil man ja vielleicht bei gut satirierten Kindern überhaupt nicht an sowas denkt, weil man ja denkt, ja, äh.

00:14:35: Die Eltern haben doch Geld, damit die Hobbys machen können oder die haben doch alles, aber das ist totaler Druckschluss.

00:14:43: Ja, aber das stimmt.

00:14:43: Das ist ein falsches Klischee, was man immer noch so hat in der Öffentlichkeit, dass solche Täter am Ende verwahrlosste Kinder und Jugendliche sind, die niemand guckt, die niemand haben.

00:14:54: Es gibt auch eine andere Form von Verwahrlosung, weil natürlich, dass sich jemand zu kümmern, nicht nur am Geld liegt, wie man hier ganz offensichtlich sieht.

00:15:02: Und ich finde, das macht auch noch mal eine ganz neue Debatte auf.

00:15:05: der Frage junge Männer.

00:15:06: Also was sagt das über uns als Gesellschaft, wenn junge Männer solche Taten übers Internet tun?

00:15:13: Vielleicht hier nochmal ganz kurze Erinnerung und auch zur Zusammenfassung.

00:15:16: Die Staatsanwaltschaft wird dem Angeklagten vorunter dem Decknamen White Tiger über mehrere Jahre hinweg mehr als dreißig kindliche und jugendliche Opfer über das Internet manipuliert zu haben.

00:15:29: Also er soll ihnen Freundschaft und emotionale Nähe vorgetäuscht haben.

00:15:33: um sie dann zu sexuellen und selbstverletzenden Handlungen zu treiben.

00:15:38: Also bei einer Hausdurchsuchung durch die Polizei sind rund achtzigtausend Bilder und mehr als hundertzwanzig Stunden verstörendes Videomaterial gefunden worden.

00:15:52: Ja, und am schwersten wiegt der Vorwurf, dass er ein Mädchen dazu gebracht haben sollen, massiv auf ein Junge einzuwirken, der sich schließlich in einem Livestream Das Leben nahm.

00:16:04: ja so viel nochmal zur Zusammenfassung des Fals.

00:16:07: Die meisten Informationen stammen aus einer ausführlichen Pressekonferenz der Polizei.

00:16:14: Ja, und das Schwierige, die Herausforderung ist jetzt, dass das nachgewiesen werden muss.

00:16:21: Also zum Beispiel, dass er seine Opfer auch wie Werkzeuge eingesetzt hat, also dass er sie mit so einer Macht beeinflusst hat.

00:16:32: das dann auch zu tun.

00:16:33: Und wichtig ist hier noch an der Stelle, einmal die Verteidigung auch zu zitieren.

00:16:39: Und das hat mir auch in der ersten Folge schon mal gesagt, dass die Verteidigung diesen Vorwurf für nicht haltbar hält und sagt, es fehle an Kontrolle in der digitalen Welt.

00:16:53: Da verschwimmen die Regeln.

00:16:56: Genau, ja.

00:16:57: Also sind einige Prozest Tage angesetzt, soll tatsächlich bis Ende diesen Jahresgehenden der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit und das Ganze ist eine Indizienkette und muss natürlich nachvollzogen werden.

00:17:14: in dieser ganzen Flüchtigkeit auch von Chats, die ja teilweise über Jahre gehen.

00:17:19: Zumal das ja dieses da fehlte soziale Kontrolle auch so ein bisschen ein Null-Aussage ist.

00:17:23: Also die Frage ist doch ... Was schließt man daraus?

00:17:28: Und das ist, glaube ich, auch die große Frage, was wir jetzt als Gesellschaft auch daraus lernen können.

00:17:34: Was läuft ja schief?

00:17:35: Wir hatten ja schon diverse Folgen, muss auch darum gehen, wie gehen wir am besten um mit Kindern, Jugendlichen, digitalen Medien, Social Media usw.

00:17:44: Da hatten wir auch schon oft davon.

00:17:45: Die Lösung ist nicht einfach.

00:17:47: Aber sie damit allein zu lassen, ist jedenfalls auch nicht die Lösung.

00:17:51: Ja, wie gesagt, ich glaube ... Dafür ist so ein Verfahren super wichtig.

00:17:58: Jenseits von der Gerechtigkeit für Opfer ist es für die ganze Gesellschaft wichtig.

00:18:05: Ich weiß, das Verfahren läuft unter Auslös der Öffentlichkeit.

00:18:09: Ich finde es verständlich klar.

00:18:11: Es geht um Jugendliche, um Privatsphäre, um deren künftiges Leben.

00:18:15: Aber jetzt eben mit dem Problem leben zu müssen, dass halt einzelne Medien einzelne Aussagen bekommen oder einzelne Einsicht in die Akten haben, ist auch nicht zufriedenstellen.

00:18:25: Also ich hoffe sehr, dass da auch für die Gesellschaft noch mal mehr Informationen rauskommen und dass auch letztlich auch der Angeklagte hier die Verantwortung sieht, da mehr wäre dazu beizutragen, da Licht reinzubringen.

00:18:37: Das finde ich ganz spannend und interessant.

00:18:39: Das hast du ja auch gerade schon so ein bisschen angesprochen, die Rolle ... der Medien.

00:18:44: Ich hatte gerade kürzlich zu tun mit einem Kollegen von einem anderen Medium und der hat mir von einem Fall berichtet, wo er einblick hatte in solche Chats, jetzt nicht von White Tiger, aber eben aus diesem Umfeld im Rahmen auch dieser sadistischen Gruppierungen.

00:19:08: Und er konnte diese Chats nicht weitergeben, beziehungsweise er hat diese Chats auch nicht weitergegeben an Ermittlungsbehörden, weil das ein Codex, eine Maßgabe ist, die wir Journalisten und Journalisten uns selbst geben, dass wir genau solche vertraulichen Dinge nicht weiterreichen.

00:19:33: Das ist natürlich ein schwerer ... schwerer ... Konflikt an der Stelle.

00:19:37: Denn man denkt natürlich selbst, vielleicht können wir bewirken, dass dieser Täter oder diese Täter gefunden werden, dass sie eine Strafe bekommen.

00:19:48: Aber auf der anderen Seite ist es eben dieser sehr eiserne Grundsatz, dass wir solche Unterlagen nicht weitergeben, weil dann Vertrauen gebrochen wird, denn oftmals bekommen die solche Chats oder Unterlagen eben auch.

00:20:03: im Vertrauen.

00:20:04: Und das ist sehr spannend.

00:20:05: Denn die Frage ist natürlich, wie geht man damit um?

00:20:09: Ich hab das auch einmal gehabt.

00:20:10: In dem Fall, der natürlich bei Weitem nicht so eine krasse Tragweite hatte.

00:20:14: Aber wo man auch so denkt, rein intuitiv erst mal.

00:20:16: Genau, Ermittlungsbürger haben mich angesprochen.

00:20:18: Ich hätte da was geschrieben, wo sie sich für die Unterlagen interessieren.

00:20:21: Und da war erst mal so ... kein Problem dabei, ne?

00:20:25: So intuitiverweise.

00:20:26: Warum nicht so?

00:20:27: Und dann haben wir lange diskutiert und gesagt, nee, eigentlich ... ist das genau das, was uns wichtig ist.

00:20:32: Wir arbeiten nicht mit Behörden zusammen.

00:20:34: Wir sind unabhängig.

00:20:37: Aber in solchen Fällen, ich würde nicht gut schlafen, wenn ich wüsste, ich weiß, was da vor sich geht.

00:20:44: Ich hoffe, der Kollege findet einen Weg, der beides bewahrt, die Unabhängigkeit und ...

00:20:51: Ich finde, es ist auch eine ... Möglichkeit bzw.

00:20:54: diesen Weg habe ich mal gewählt, als ich so ein Fall hatte vor Jahren, also so ein Gewaltfall, dass man mit der Quelle, mit der Person spricht, ob es möglich sei, zum Beispiel unter dem Schutz der Anonymität diese Unterlagen, diese Beweismittel selbst der Polizei zu übergeben.

00:21:17: Also ich weiß jetzt gar nicht, wozu das geführt hat in diesem Fall.

00:21:22: Aber es ist einfach eine Möglichkeit, um aus diesem Gewissenskonflikt rauszukommen, dass man möglicherweise einen Kontakt herstellt, einen Namen gibt oder eben Hilfestellung, wie das anonym geht.

00:21:38: Ja.

00:21:38: Nee, klar.

00:21:39: Und das kostet Vertrauen am Ende, wenn wir mit Behörden zusammenarbeiten.

00:21:43: Wir, das kostet Vertrauen und das können und wollen wir uns auch gerade nicht leisten.

00:21:50: Zurück zu unserem Fall.

00:21:52: Also, wir haben schon gelernt, der Täter wurde also per Strafbefehl abgeurteilt, neunzig Tagessätze.

00:22:00: Zivilrechtlich wollte Juli nicht gegen den Täter vorgehen, weil sie Angst hatte vor einem öffentlichen Verfahren.

00:22:07: Aber es gibt noch eine Möglichkeit, ein sogenanntes Mediationsverfahren.

00:22:13: Und das ist ganz interessant.

00:22:15: Weil Juli ging es auch darum, tatsächlich so eine Art Schmerzensgeld zu bekommen, denn der Fall wird sich ja über mindestens ein Jahr hingezogen, sie hat viele Nächte deswegen nicht geschlafen, ist sicher ein Stück weit auch traumatisiert.

00:22:31: Dadurch, sie hat ja auch Droh-Anrufe nachts.

00:22:34: Der Schaden ist am Ende schon sehr groß.

00:22:37: Der persönliche Schaden war immens.

00:22:39: Da versteh ich, dass sie nicht drauf sitzen bleiben wollte.

00:22:42: Deswegen hat sie sich ein Anwalt genommen.

00:22:45: Man muss vielleicht so als kurzer Hintergrundinfo sagen, tatsächlich über ihren damaligen Arbeitgeber.

00:22:51: Also, sie hatte einen Studentenjob und hatte dann ihren Chef ohnehin über die ganze Sache unterrichtet, weil sie ja eben Angst hatte, dass der irgendwann diese Fotos sieht.

00:23:03: Der hatte ihr dann gesagt, ich kenne einen Anwalt, frag den doch.

00:23:07: Und dann, na ja, Prozesskostenhilfe sei Dank.

00:23:10: Genau, sie hat nämlich gesagt, was macht ein guter Anwalt?

00:23:11: Der kümmert sich erst mal darum, dass er bezahlt wird, ohne dass du was bezahlen musst.

00:23:14: Weil das ist vielleicht auch eine wichtige Nachricht für alle.

00:23:16: Also, wenn man kein Geld hat für einen Anwalt und betroffen ist von so was, dann kann man das staatlich im Rahmen der Prozesskostenhilfe eben ersetzt bekommen.

00:23:23: Also, du musst dann nicht ohne Anwalt dastehen oder ohne Anwälte.

00:23:27: Das finde ich eine wichtige Info, weil darauf muss man erst mal kommen.

00:23:29: Also, sie hat sich da wirklich alleine durchgebissen, kann man so sagen, weil sie eben auch ihren Eltern nichts davon erzählen konnte.

00:23:37: Und da springen wir jetzt hin.

00:23:39: Sie ist inzwischen zwanzig.

00:23:40: Es sind jetzt fast zwei Jahre vergangen seit dieser Nacht, in der sie ihre Nacktbilder im Netz gesehen hat und auch diese unermäßliche Angst hatte.

00:23:51: Naja, und jetzt sieht sie die Akte und jetzt lernt sie eben, was hat sich der Täter eigentlich dabei gedacht?

00:23:59: Ich hab ja auch in der Akte seine Aussage gelesen.

00:24:04: Es gibt ...

00:24:04: Er hat keinen richtigen Grund dafür genannt.

00:24:06: Geltungsdreum, würd ich sagen.

00:24:07: Und einfach Frauenhass.

00:24:09: Was anderes ist es in dem Moment nichts gewesen.

00:24:12: Also, es ist einfach Hass auf Frauen.

00:24:14: Ja, ich glaub, das ist der Punkt, auf den wir immer wieder kommen bei solchen Geschichten.

00:24:18: Es ist Frauenhass.

00:24:20: Irgendjemand hat gesagt, das Internet gibt es nur behaupt, deswegen um Frauenhass zu befördern.

00:24:25: Ich glaub, soweit würde ich nicht gehen.

00:24:27: Es ist schon so immer Internet, immer, immer wieder stoßen wir genau darauf.

00:24:32: Und da nochmal genau hinzuschauen, ist sicher richtig.

00:24:35: Ja.

00:24:36: Und der Täter wird dann in einem anderen Raum im Anschluss angehört.

00:24:40: Das heißt, sie sitzt ihm nicht gegenüber.

00:24:42: Es gibt eigentlich keine Schnittpunkte.

00:24:45: Sie begegnet ihm eigentlich nicht, sondern sie berichtet ihm an die Mediatoren, was ihr widerfahren.

00:24:53: Es.

00:24:54: Das ist eine Ausnahme in dem Fall.

00:24:56: Ich glaube, klassischerweise sind mit der Zunsverfahren schon so, dass man sich begegnet.

00:25:00: Aber Julie wollte das nicht.

00:25:02: Und verständlicherweise haben sie ihr das angeboten, dass sie quasi im gleichen Haus, zu gleichen Zeit sind und die Mediatoren in Wechseln quasi zwischen den Räumen hin und her.

00:25:11: Dann haben wir denen auch die Chats gezeigt, was das mit mir gemacht hat.

00:25:15: Dass ich trotzdem noch versucht hab, zu arbeiten, Vollzeit zu studieren, noch bei meinen Eltern zu Hause wohnen, die mir den Kopf abreißen.

00:25:22: Die wissen, was ich gerade abgehe, was ich hier mache.

00:25:26: Und dann sind die dann halt auch, keine Ahnung, hab ich ein bisschen was von meiner Wut dagelassen.

00:25:31: Und zwischendurch geht sie ... Mal auf die Toilette und auf dem Weg dorthin geht sie an dem Raum vorbei, in dem der Täter sitzt.

00:25:39: Die Tür steht etwas offen.

00:25:41: Ich hatte meine Brille nicht auf, aber ich hab sofort geahnt.

00:25:44: Der sitzt da echt mit seiner Mama.

00:25:46: Und es hat mich voll traurig gemacht, weil ich saß da mit meinem Anwalt.

00:25:48: Den konnte ich nicht einfach

00:25:49: drücken, sondern ist auch voll komisch.

00:25:52: Und ja, dann war das Mediationsverfahren durch.

00:25:56: Ich darf offiziell nicht sagen, was ich bekommen habe, aber es ist mich wenig.

00:26:02: Und das ganze Geld macht das aber nicht wieder wert, was sich irgendwie psychisch erlitten haben.

00:26:06: Und dann dachte ich, ich mache aus einer negativen Erinnerung einfach eine positive Erinnerung.

00:26:10: Und ob meiner Mama ihren Lebenstraum erfüllt.

00:26:12: Und bin dann eine Woche lang mit ihren Parisen auf ihr Sternenhotel gewesen von der Kuhle.

00:26:17: Schön.

00:26:18: Da war ich schon immer

00:26:19: noch

00:26:19: schon nie.

00:26:20: Ich hab gesagt, ich hab ganz viel gespart.

00:26:22: Deine Mutter hat das ... die weiß

00:26:24: befreut.

00:26:25: Ja,

00:26:25: sie hat sich gefreut.

00:26:27: Total.

00:26:28: So.

00:26:29: Das ist richtig geil.

00:26:30: Es war richtig Spaß gemacht.

00:26:32: Jeden Tag mit ihr essen gewesen.

00:26:33: Ein richtig tolles Hotel.

00:26:34: Für sie war Highlight im Tüten.

00:26:35: Ich wollte sowieso nach Paris, so wie sie fast.

00:26:43: Ja, und damit ist unsere Folge am Ende.

00:26:46: Also fast.

00:26:48: Weil ihr uns überlegt, das Schlusswort bekommt eben der damalige Cyberfahnder Philipp Pauleit.

00:26:53: Weil wir nämlich ... Wirklich finden, dass er einen großen Unterschied gemacht hat.

00:26:57: Für mich war es irgendwie berührend zu sehen, wie wichtig ihm das auch heute noch ist oder wie nahe ihm der Fall auch heute noch geht.

00:27:04: Und er hat nämlich extra was aufgeschrieben für unser Interview, was er dann noch gesagt hat.

00:27:10: Also, was ich mir hier notiert hatte, war, eine junge Frau steht am Anfang ihres Erwachsenenwebens und wird direkt konfrontiert mit einer Drohung, die den Rest ihres Lebens negativ beeinflussen könnte.

00:27:20: Eine Veröffentlichung der Daten hätte sie ... in ihrem privaten und beruflichen Umfeld schädigen können.

00:27:26: Der Täter hat diese Gelegenheit auszunutzen versucht.

00:27:29: Das war sehr schäbig unverwerflich und das durfte einfach nicht gelingen.

00:27:35: Julie durfte ihren Mut, sich der Polizei anvertraut zu haben, am Ende um keinen Preis bereuen müssen.

00:27:42: Das war unser Ziel.

00:27:44: Ich freue mich, dass es ihr nicht geschadet hat.

00:27:47: Und genau dafür gehen meine Kollegen und ich jeden Tag zur Arbeit.

00:27:51: Entschuldigung für dieses pathetische Schlusswort.

00:28:03: Ja, was bleibt?

00:28:04: In der nächsten Folge haben wir uns überlegt, wollen wir mit euch diskutieren.

00:28:09: Wir wollen nämlich gern euer Feedback zur Folge haben.

00:28:12: Das könnt ihr uns gerne schreiben auf Mastodon oder ihr könnt uns auch eine Sprachnachricht schicken auf Signal oder per Mail, weil wir freuen uns natürlich, wenn ihr Fragen habt, aber auch wenn ihr eigene Geschichten habt oder eigene Anmerkung habt, Diskussionsbeiträge, die wollen wir dann hier mit aufnehmen.

00:28:31: Also, ja, schreibt uns.

00:28:33: Genau, also dieser Knoten, den ich zumindest im Kopf, ist so ein bisschen die Frage, wo setzen wir eigentlich an?

00:28:38: Wir hatten es ja auch in der letzten Folge, so die Frage, man möchte eigentlich nicht mehr Überwachung, wir wollen nicht, dass Chats mitgelesen werden und so weiter.

00:28:46: Gleichzeitig gibt es eben diesen, ja, letztlich massiven Frauenhassexismus im Netz in so anonymen Communities.

00:28:54: Dann das Thema Kinder, Jugendliche im Internet.

00:28:57: Man möchte nicht immer sagen, es ist einfach ein Privatproblem, was wir lösen, indem jeder dafür sorgen muss, dass die eigenen Kinder und Jugendlichen eben nicht an unsichere Dinge kommen.

00:29:06: Man möchte denen auch die Gelegenheit geben, Freiheit zu finden im Netz oder Inhalte zu finden, die sie nicht mit den Eltern teilen wollen, die aber auch nicht gefährlich sein müssen.

00:29:13: Also diese ganzen, ich finde an dem Fall sieht man so viele Knackpunkte in der aktuellen Diskussion, für die ich noch keine gute ... Lösungsansätze gesehen habe.

00:29:24: Das finde ich super interessant, aber auch wirklich gerne eure Erfahrungen.

00:29:27: Was habt ihr erlebt, gesehen, gehört?

00:29:31: Tipps auch für Betroffene.

00:29:32: Was ich super wertvoll fand an dem Gespräch mit Julie, war diese Tipps, die am Ende auch ... Die haben so jemand am Ende hart nach so einer Geschichte.

00:29:40: Sie sagt auf jeden Fall anzeigen, mit Freunden im Umfeld drüber sprechen, also hinterher sein, nicht aufgeben, sich nie einschüchtern lassen.

00:29:49: Und auch ja, natürlich, den großen Unterschied, den man dann bei der Polizei die richtige Person trifft, die einfach sagt, okay, ich erkenne, das ist ein Thema und ich will, dass wir hier nicht aufgeben, sondern wirklich alles geben.

00:30:01: Also so diese ... Dinge finde ich spannend.

00:30:03: Daher schickt uns eure Erfahrungen gerne als Sprachnachricht.

00:30:06: Und wenn ihr anonym bleiben wollt, natürlich schreibt sie uns und wir zitieren euch so, wie ihr das gerne habt.

00:30:12: Weißt du was, Eva?

00:30:13: Ich werde Julie bitten, uns auch noch Sprachnachricht zu schicken.

00:30:16: Julie, vielen Dank für deine Geschichte.

00:30:17: Wir freuen uns, von dir auch noch mal ein Fazit Feedback zu bekommen.

00:30:21: Oh ja, gut Idee.

00:30:24: Wenn euch das Thema digitale Gewalt interessiert oder ihr sogar betroffen seid oder vielleicht Freundinnen oder Freunde habt, die betroffen sind, dann wollen wir euch Ganz stark den Podcast Blitz und Böses ans Herz legen.

00:30:36: Hier spricht die heise Kollegin Isabel Grünewald zu dem Thema.

00:30:42: Und mit ganz starkem Hör- und auch Leseempfehlung.

00:30:45: Wir verlinken es euch in den Shownauts.

00:30:48: Das war's von uns.

00:30:50: Ihr hört uns wieder nächste Woche mit Worf bei Daytrop Tech, ein CT-Podcast von mir Sveereckardt.

00:30:57: Und von mir Eva Wolf-Angel.

00:30:59: Und Musik und Produktion Marco Pauli.

00:31:01: Vielen Dank auch dir.

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