Die Hausarbeit ist tot: Doris Weßels über KI und Bildung (Sommerinterview, Teil 1)
Shownotes
Mai 2018, Audimax in Kiel: Doris Weßels spielt ein Ein-Personen-Stück über Studierende, Ghostwriter und eine Software, die allen das Schreiben abnimmt. Zu abgefahren, dachte sie damals selbst. Dann kam ChatGPT. Im ersten Teil unseres Sommerinterviews erzählt die Wirtschaftsinformatikerin Doris Weßels, warum sie Verbote für den falschen Weg hält und weshalb die klassische Abschlussarbeit nicht mehr funktioniert. Es geht um KI als „Triple Agent” zwischen Lernenden, Lehrenden und Prüfenden, um ihre Forderung nach einer Taskforce KI-Bildung im Bundestag und um die Frage, ob Lernen anstrengend sein muss oder auch im Flow geht. Fortsetzung nächste Woche.
Von Svea Eckert und Eva Wolfangel Musik und Produktion: Marko Pauli
Shownotes: KI-Deepdive zum Thema Bildung bei Heise: https://www.heise.de/news/KI-Update-Deep-Dive-Wie-Schulen-KI-Kompetenz-systematisch-vermitteln-koennen-11397738.html
Doris Weßels: https://de.wikipedia.org/wiki/Doris_We%C3%9Fels VK:KIWA, Virtuelles Kompetenzzentrum Schreiben lehren und lernen mit KI: https://www.vkkiwa.de/blog/
Stellungnahme von Doris Weßels für den Bundestagsausschuss (2023): https://www.bundestag.de/resource/blob/944668/8986c32590098f441fbba938039650e5/20-18-108c-Wessels-data.pdf
Joscha Falck: Lernen mit, über, durch, trotz und ohne KI: https://joschafalck.de/lernen-und-ki/
Transkript anzeigen
00:00:02:
00:00:17: Herzlich willkommen zu Daytalk Tech, ein CT-Podcast mit Svia Eckert und Eva Wolff Angel.
00:00:25: Und heute ... einer ganz besonderen Gästin.
00:00:27: Wir haben Doris Vessels bei uns und Doris, wir haben uns vor kurzem getroffen als ich den Live-Podcast mit Katharina Scheiter aufgezeichnet habe beim University Future Festival und so viele spannende Diskussionen am Rande dieses Festivals gehabt das klar war, wir müssen dich hier mal ausführlich einladen und es tut mir mit.
00:00:46: herzlich willkommen Doris Wessels!
00:00:48: Ja danke für die Einladung liebe Eva und liebes Wehr.
00:00:51: Schön, dass du da bist.
00:00:53: Ich hab gesehen ... Du hast schon im Jahr, den Vortrag gehalten über die Folgen für die Bildung von generativer KI und das muss ich sagen, bin ich ziemlich abgefahren weil in dem Jahr ist es wahrscheinlich zu viel gesagt aber haben noch nicht so viele über generative KI gesprochen und auch noch nicht vorhergesehen was da auf uns zukommt.
00:01:14: Und damit würde ich gerne einsteigen ... Vorher würde ich dir gern noch kurz mehr vorstellen.
00:01:23: Viele kennen dich bestimmt schon.
00:01:25: Wie gesagt, du beschäftigst dich seit vielen, vielen Jahren mit künstlicher Intelligent und vor allem maschineller Spracherzeugung und Verarbeitung.
00:01:31: Du bist Professorin für Wirtschaftsinformatik an der FHK hier und beschäftigest dich wie gesagt schon seit langem insbesondere mit KI- und Folgen für die Bildung und auch der Frage, wie man eigentlich damit umgehen soll an Universitäten und Schulen – das ist auch das Thema was wir Damals in Berlin, damals im Juli in Berlin.
00:01:53: Ich glaube nicht so lange her.
00:01:55: Na weil bei KI ist alles immer schon beweglich hier was wir im Julien berlin besprochen haben.
00:02:01: Ja und von daher würde mich tatsächlich allem voran mal interessieren Wie kamst du?
00:02:08: Zwei tausend achtzehn schon darauf dass das jetzt ein großes Thema ist?
00:02:11: ich meine es ist acht Jahre her.
00:02:14: Ja, das ist wirklich eine gute Frage und ich glaube es war eines meiner mutigsten Vorträge die ich gehalten habe.
00:02:19: Und ich war auch sehr aufgeregt denn es war... im Mai, im Jahr zwanzig achtzehn.
00:02:25: Und das Landstätig Holstein hat seine erste KI-Landeskonferenz ausgerichtet und damals auch in Audimax der Fachhochschule Kiel.
00:02:33: Ich bin übrigens nicht mehr Professorin an der Fachhochschule Ki, die hat sich ja umbenannt.
00:02:37: Die heißt jetzt H.A.W.-Kiel.
00:02:38: Und ich bin im letzten Jahr sozusagen in vorgezogenen Unruhsstand gegangen.
00:02:42: Das heißt, ich bin dort im Moment nicht mehr in der Lehre tätig, mache aber noch KI-Projekte für das Landestätigt Holstein und viele andere Dinge rund um KI.
00:02:50: Aber ich bin ... nicht mehr in der Lehretät.
00:02:53: Aber diese erste KI-Landeskonferenz war natürlich ein ganz großes Kino und wir wurden auch aufgefordert, von den Hochschulen mit dabei zu sein.
00:03:03: So trat man an mich heran und dann habe ich überlegt was ist so ein Thema?
00:03:08: Was irgendwie so im Raum steht?
00:03:11: Ich hatte das Gefühl da wird etwas abgehen in dieser Kette zwischen den Studierenden.
00:03:19: Die ist ja auch nicht unbedingt so alle mit dem Schreiben haben.
00:03:22: Wenn man so viele Thesen betreut, dann hat man eben wirklich Studierende für die es das Schreiben einer umfangreichen schriftlichen Abschlussarbeit eine extrem große Hürde, weil sie das noch nie gemacht haben und in der Schule schon gehardert haben mit dem Deutschunterricht häufig mit dem schreiben.
00:03:39: dafür können die halt andere Dinge sehr gut sind technisch So, das hatte ich natürlich so vor Augen und gleichzeitig habe mich immer die Ghostwriter-Szene sehr interessiert.
00:03:48: Sehr fasziniert!
00:03:49: Ein sehr spezielles Business, wo gutes Geld verdient wurde.
00:03:53: Und die andere Seite – das war dann sozusagen meine Seite – was machen wir als Professorinnen?
00:03:59: Wir leiden unter der Last dieser ganze Korrekturarbeit.
00:04:02: Wir kriegen ganz dicke Thesen immer hingelegt, die wir relativ schnell begutachten bewerten müssen.
00:04:10: und wünschen uns da auch Unterstützung und Entlastung.
00:04:12: Es geht aber okay, wenn ich jetzt die beiden Enden so sehe auf die eine Seite tut sich so schwer mit dem Schreiben und die andere Seite tut es sich so sehr mit den Bewertungen.
00:04:22: wie wäre es denn, wenn beide Seiten sich Entlastung verschweifen.
00:04:25: Interessant!
00:04:26: Und damals war generative KI, es ist statt irgendwie so im Raum dass da was kommt.
00:04:32: und jetzt stehen wir da heute.
00:04:34: also das was du dir quasi aus dem Jahr ja gewünscht hast, sag ich mal anfangs.
00:04:38: Ich
00:04:39: glaube ein bisschen hast du auch gewarnt.
00:04:41: Es
00:04:42: war für mich so ein Szenario Ich kann es gar nicht im Rückblick.
00:04:48: Es ist schwer, mit sich selber so eine Reise zurückzumachen.
00:04:52: Aber ich habe dann einfach das als kleines Zukunftsszenario tatsächlich aufgeführt.
00:04:58: Ich hab also quasi ein Ein-Personen-Stück gespielt.
00:05:01: Hätte mir dann so Postos, wie die Stereotypen, Personas für den Studierenden, Persona für die Ghostwriter, die im Hintergrund agieren für das Unternehmen was dahinter steht und auch für die Professorinnen.
00:05:15: Und das habe ich dann so wie ein eiltler Sohnstück quasi sitzend aufgeführt mit den Posten, da bin ich immer so nachher gegangen.
00:05:20: Ich hatte auch noch ganz wenig Zeit und es ist dann auch aufgezeichnet worden.
00:05:23: Und ich hab da noch gedacht, dass ist zu abgefahren.
00:05:27: Das ist wahrscheinlich noch zu weit entfernt.
00:05:31: Und ein Jahr später habe ich gedacht, nee, das konkretisiert sich tatsächlich und heute ist es ja tatsächlich...
00:05:41: Was ich so höre, also gerade in diesem ganzen Hochschulbereich wo du ja schon gesagt hast der wird wahnsinnig viel geschrieben.
00:05:49: Da hör' ich das jedenfalls viel von lernen Personen dass die sagen sie haben das Gefühl sie lesen nur noch KI oder viele Hausarbeiten würden.
00:05:57: Also hätten Sie zumindest den Eindruck es würde mit KI geschrieben oder generiert.
00:06:01: Ist das ein Empfinden was Du auch hattest jetzt so in der letzten Zeit und hat das so dramatisch einzugehalten wie man das immer so hört?
00:06:10: Wir leiden unter der großen Intransparenz und zwar der Intransparent bei allen Beteiligten.
00:06:16: Deshalb ist die Antwort auf deine Frage ausgesprochen schwierig, weil wir ja nicht die Transparenzzpflicht in der Form haben bzw sie wird sich auch nicht so praktiziert dass noch jeder sagt ich habe Tool XY benutzt für die und die Zwecke, mache das hier kenntlichweise aus.
00:06:37: Und das machen eben nicht nur die Studierenden, die stehen aber im Moment häufig am Pranger also auch Schülerinnen in der Schule denen dort genau das unterstellt wird dass sie quasi täuschen und schummeln.
00:06:48: Das tritt natürlich dann auf wenn man es verbietet.
00:06:52: Das ist aus meiner Sicht sowieso der falsche Weg, aber das erleben wir leider immer noch sehr ruhig und den Lernen wird das Schummel unterstellt.
00:06:59: auf der anderen Seite muss man sich auch dann die Lehrenden anschauen.
00:07:03: Auch da werden zunehmend mehr Lernmaterialien dann auch KI gestützt erstellt ohne was die Lehren dann das auch so kämtlich machen und man kann diese Technologie natürlich auch benutzen, automatisiert zu bewerten.
00:07:16: Und da gibt's eine klare rechtliche Rahmenbedingung also dass es nach dem EUI hat.
00:07:22: wenn wir das automatisiert machen würde ein Hochrisiko Anwendungen.
00:07:25: Da sind ganz hohe Wüden gesetzt, um das auch wirklich praktizieren zu können.
00:07:28: Also wir haben sozusagen wenn man die DKI oder so ein Schädtige Team in den Zentrum rückt, dann agiert solch ein System wie so ein Minusis Triple Agent der drei Seiten bedient Lernenden, die Lehrenden und auch die Prüfende Seite.
00:07:47: Und alle drei spielen eigentlich nicht mit offenen Karten oder selten mit offener Karten und das ist eigentlich ganz traurig dass wir gerade im Bildungsbereich muss eine vertrauensfeuer Zusammenarbeit sein sollte doch ganz stark gefährdet hat.
00:08:01: Jetzt hast du ja gerade gesagt, man sollte es nicht verbieten.
00:08:04: Aber die Lösung ist vermutlich auch nichts zu sagen – macht was ihr wollt!
00:08:07: Schreibt eure Arbeiten mit KI, bewertet mit KI... Wie gehst du denn diese Analyse an?
00:08:15: Also hast du so eine eigene Matrix wo du sagst das sind Dinge, die sind okay, die kann man gut mit KI machen.
00:08:22: wie sollte man vielleicht sogar machen?
00:08:24: und dass sind Dinge auf keinen Fall aus denen und den Gründen.
00:08:28: Also ich hatte damals als SchädtchenTV veröffentlicht wurde, das war ja im November.
00:08:33: Habts
00:08:33: in der Herbst-Zwei-Zwanzig,
00:08:34: genau dreißig etwa zwanzig.
00:08:36: Hätte ich zwei Mastermodule und ... Da hat man es natürlich relativ leicht, wenn man Masterstudierende hat.
00:08:43: Weil ihr schon gewisses Kompetenzlevel mitbringt und ich hatte da tatsächlich auch das Thema.
00:08:48: Einmodul stand unter der Überschrift KI und Ethik Und von der ging es sowieso schon um KI und ich habe dann einfach eine andere Art und Weise praktiziert, das sind den Studierenden abgestimmt und gesagt so.
00:09:01: Das erstellen jetzt einer schriftlichen Ausarbeitung.
00:09:04: wie sollten eben ein Thema behandeln im Team?
00:09:07: Die Ergebnisse verschriftlichen also ein schriftliches Elaborat abgeben und die Ergebnisse auch präsentieren ich auf damals Wie in den Semestern zuvor, dass immer so fifty-fifty bewertet.
00:09:17: Fünfzig Prozent für die schriftliche Ausauber und fünfzig Prozent der Präsentationen.
00:09:21: Und natürlich ein bisschen Verteidigung also auch das Gespräch dann dazu.
00:09:26: Die muss sozusagen sprechfähig sein.
00:09:28: Ich habe mit den Studierenden vereinbart, dass wir die fünftig prozent für das schriftlich elaborate Reduzieren auf twenty-fünf Prozent und die freigewordete twenty-five Prozent verwenden für etwas Neues.
00:09:43: Das Design.
00:09:45: des Prozesses.
00:09:46: Das heißt, mit welchen Tools sind sie dort hineingegangen?
00:09:49: Welchen KI-Tools, aber auch anderen digitalen Tools?
00:09:52: und welchen Forschungsansatz oder methodischen Ansatz haben Sie gewählt?
00:09:55: Und das habe ich dann wieder gleichgewertet, also mit zwölf bis fünf Prozent jeweils.
00:09:59: Daran kann man natürlich auf Spielen an den Prozent setzen.
00:10:01: Aber das war damals so mein sehr einfacher Vorschlag.
00:10:04: Ich habe es im Studierenden vorgestellt und gesagt, ist ja so viel einfacher jetzt etwas Schriftliches irgendwie zu produzieren.
00:10:10: Die hohe Kunst liegt in dem Prozess wie ich das mache.
00:10:14: Sie sollten im maximal viel KI einsetzen und wir haben uns dann natürlich in so einer seminaristischen Unterrichtsform jede Woche getroffen.
00:10:23: Und wir haben einfach gemeinsam gelernt, wir waren ja alle Newbies, haben alle die gleichen Voraussetzungen gehabt und das war so schön!
00:10:34: diese Partizipation auch wirklich gelebt.
00:10:37: Das heißt, wir haben jede Woche Tuts und wechselseitig vorgestellt.
00:10:42: Wir haben über Erfolge berichtet, auch über Pleitenbeckenpannen welche Tuts ihre Versprechen nicht erfüllt haben was auch gefährlich sein kann Und das habe ich so.
00:10:52: im Rückblick fand ich das einfach Trotz aller Herausforderungen Einfach eine sehr schöne Also für mich zumindest Lehrerfahrung und ich hoffe mal, auch für die Studierenden noch eine schöne Lehrerfachung.
00:11:05: Denkst du da müsste sich in diese Richtung hin grundsätzlich was ändern?
00:11:09: Weil wir im Moment haben immer noch das System wo es eben dieses schriftlichen Hausarbeiten, diese schriftliche Leistungen einfach gibt, die bewertet werden auch jetzt im schulischen Kontext.
00:11:19: Denks du einfach man muss Schule oder man muss Universität an der Stelle einfach neu denken, jetzt wo jeder einen Text generieren kann?
00:11:28: Ja!
00:11:29: Das wird auch schon gemacht.
00:11:31: Viele gerade in der Schule, wenn man sich mit Lehrkräften unterhält, die sagen, die typische Hausarbeit ist eigentlich tot.
00:11:37: Das brauchen wir nicht mehr in Lehrform praktizieren im Hochschulkontext sehr ähnlich.
00:11:44: Auch da wird immer deutlicher und ich habe auch mit Mitstreitern Thesen dazu formuliert.
00:11:50: Die klassische Abschlussarbeit ist tot.
00:11:52: Das heißt eine Aufgarnestellung, die von Fortschadgebiti vor der Ära noch funktioniert hat, die funktioniert heute in der Regel nicht mehr.
00:11:59: Das heisst wir brauchen eine viel stärkere Bewertung des Prozesses Aber wir brauchen im Idealfall natürlich auch andere Aufgabenstellungen, die einen stärkeren Praxisbezug haben.
00:12:12: Die stärker Problemlösungskompetenz erfordern von den Lernenen und das Negativ-Beispiel was eigentlich gar nicht mehr klappt ist einfach eine Literatur bezogen, aber einfach nur Literaturanalyse machen auswertend und so.
00:12:24: Das war Jahr zwanzig, glaube ich damals mit zwei Kolleginnen weil es auch Fachhochschulprofessoren haben wir das schon veröffentlicht.
00:12:31: Also, das war sehr ... Das war deutlich Vollzeit-Gipetie schon klar!
00:12:34: Da gab es ja auch schon kreige Schütze-Schreibwerkzeugen die auch auf den Sprachmodellen basierten.
00:12:39: damals keinen Vergleich von der Leistungsstärke mit denen was wir dann kurz Zeit später schon gesehen haben.
00:12:45: aber es war zu der Zeit nicht klar dass diese typischen likraturbasierten Arbeiten entweder Seminararbeiten oder Abschlussarbeiten eigentlich nicht mehr funktionieren können.
00:12:54: Eigentlich habt ihr's voll gut, dass ihr drauf verzichten könnt.
00:12:59: Wir diskutieren ja im Journalismus auch gerade sehr, sehr viel darüber.
00:13:03: Also die Frage was kann man mit KI machen und was nicht?
00:13:06: Und das ist aktuell schon so, dass der Vorwurf jemand nutzt KI zum Schreiben natürlich zu massiven Vertrauensverlust führt.
00:13:13: nur das halt jetzt zumindest im schreibenden Journalismus.
00:13:16: Das schreiben doch ein sehr relevanter Teil der Aufgabe ist.
00:13:20: Also so einfach und so leicht hat man es im Bildungsbereich nicht, denn man hat ja im Hochschulbereich eine Akkreditierung.
00:13:28: Das heißt, man hat Modulbeschreibung... also da sind die Spielregeln, die sind verschriftlicht und die so einfach zu ändern oder auch eine Prüfungsordnung zu ändern das ist in solchen strukturkanzervativen Organisationen auch nicht mal ebenso getan.
00:13:44: von daher ist es nicht so einfach.
00:13:47: aber der Veränderungsdruck ist so groß Und der Frust, mit der jetzigen Situation oder seit Chatshipiti.
00:13:55: Der Warunter ist so groß, dass es dann doch die Veränderungsbereitschaft gibt.
00:13:59: und da gibt's dann mutige Pioniere, die vorweiter sind, die einfach neu wiege waren und andere, die sich hier ein bisschen schwerer tun.
00:14:08: und das ist auch von den Disziplinen sehr unterschiedlich.
00:14:11: Das ist vom Hochschultieb sehr unterschiedliche.
00:14:13: Ja und im Journalismus habt ihr Ja, würde ich sagen gibt es Ähnlichkeiten.
00:14:19: und eine Ähnlichkeit ist glaube ich dass wenn man es kälkelich macht.
00:14:22: Und wenn man sagt ich habe Tool X oder Y benutzt das ist eher zum Nachteil gereicht.
00:14:28: Die Arbeit wird dann als weniger wert empfunden.
00:14:32: Man sagt, in diesen Text habe ich mit KI geschrieben oder diese Präsentation hab' ich mit AI erstellt.
00:14:38: Dann fühlt sich das gleich so an nach dem Motto ah okay der oder die hat's keine Mühe gegeben oder nicht?
00:14:46: so ernst gemeint.
00:14:47: So ein schaler Beigeschmack schwingt er immer mit.
00:14:51: Dabei ist auf der anderen Seite die Möglichkeit kaum noch vorhanden komplett ohne diese Unterstützung zu schreiben, zu arbeiten und brauche ich meinen Rechner an.
00:14:59: Ich darf mich aufmachen, denn wenn ich die Google Suchmaschine aufrufe dann habe ich AI Overview, ich hab den KI Modus drin, ich habe das in der Textverarbeitung drin.
00:15:09: Das ist eine ubiquitäre Technologie inzwischen.
00:15:13: darauf verzichtet, der muss wirklich mit Papier und Stift schreiben.
00:15:17: Dann können Sie
00:15:17: niemand lesen!
00:15:18: Genau.
00:15:19: Und außerdem haben wir auch die Abgrenzungsproblematik.
00:15:21: Was ist denn KI?
00:15:22: Das sind keine KI, ne?
00:15:23: Ich fing schon an mit DeepL, mit so einer Übersetzungs-Saufe.
00:15:26: Da hat viele das gar nicht verstanden, dass es auch geballte KI ist.
00:15:29: Und das war dann erlaubt... Ja, dann hat DeepEyRide rausgebracht zum Paraphrasieren.
00:15:37: Also das ist alles so ein Continuum, dass diese Abgrenzung ... Wenn man es dann verbietet, da müsste man noch die Abgrenzung klar formulieren.
00:15:48: Auch das macht keiner, weil man in der Form auch gar nicht mehr machen kann!
00:15:52: Ich finde es voll interessant, weil die Frage, die ich ganz viel bekommen habe von Lehrerinnen und Schulen aber auch Hochschulen war halt genau diese.
00:15:59: Wie kann ich denn erkennen und beweisen, dass die KI genutzt haben?
00:16:02: Und das ist ja klar, dass man das nicht beweisen kann.
00:16:05: Die gleiche Diskussion haben wir jetzt im Journalismus und der PolitikerInnen wird ja auch vorgeworfen Reden mit KI geschrieben zu haben usw.
00:16:14: wirklich nachweisen kann.
00:16:15: Und was ich spannend finde, ist dass du ja quasi von Anfang an einen ganz anderen Ansatz gefahren bist also vermutlich einfach aus deinem langen Wissen und auch deine Intuition heraus das diese Frage hast du KI genuss oder nicht?
00:16:26: Einfach nicht die frage sein kann, die man stellen kann und auch möchte.
00:16:31: Und ich finde es superinteressanter, du ja schon quasi kaum war, Chachi Petir auf dem Markt wie so ein bisschen eine innovative Umgangsform damit gefunden hast.
00:16:38: wenn deine Studierenden dann du gesagt hast nutzt KI aber dokumentiert den Prozess und da hast du ja gesagt habt ihr alle auch viel dabei gelernt und das ist ja würde ich sagen eher der Zukunftsweisende herangehensweise oder auch diejenigen die halt dann junge Leute auf das Leben vorbereitet.
00:16:56: ja wenn man zusammen Schaut, was machen diese Tools?
00:17:00: Was können die?
00:17:01: Wofür verwenden wir sie?
00:17:03: und was ist jetzt vielleicht auch mal schiefgegangen.
00:17:05: Ja das war und ist doch mein Selbstverständnis immer gewesen.
00:17:08: ich kann ja nicht Wirtschaftsinformatik-Professoren sein und eine relevante Zukunftstechnologie ausblenden und sagen ne also die bitte nicht.
00:17:15: Also auf gar keinen Fall anwenden.
00:17:17: Das ist so als welche Automobilproduzentin wäre und meine Mitarbeiter dann verbieten das tolle neue Auto zu fahren.
00:17:23: Also das kann es ja nicht sein den Bildungsauftrag So wie ich ihn verstehe, praktizieren nämlich den Nachwuchs für die Zukunft zu qualifizieren.
00:17:32: Ja dann müssen wir uns diese Herausforderung stellen und das Problem ist ja diese Schnelligkeit auf der einen Seite Und der große Aufwand.
00:17:41: Das alles umzustellen, das alles neu zu durchdenken die ganzen Lehrmaterialien, die wir so haben.
00:17:48: Viele sagen ja ich kann das alles in die Tonne drücken weil sie dafür gemacht hat.
00:17:51: Ich muss das alles neudurchdenken mit allem drum herum und das ist eine große, große Hürde.
00:17:59: Also wer hat schon so viel Zeit quasi wieder bei Null anzufangen?
00:18:03: Dann braucht man noch gute Ideen!
00:18:04: Das ist nicht nur so als könnte ich irgendwas abarbeiten nein Ich brauche auch einfach die taktisch geeignete, lernförderliche Idee.
00:18:12: Und die müsste noch in der Praxis funktionieren!
00:18:15: Jetzt sagst du ja... ...die zentrale Zukunftskompetenz heißt nicht prompten können sondern AI-Liederschepp?
00:18:23: Das was wir jetzt schon erreicht haben ist ja eine... weitere Evolutionsphase, eine ganz markante sogar.
00:18:30: Wir sind im sogenannten agentischen Zeitweite angekommen.
00:18:32: Das heißt wir haben jetzt nicht mehr so einfache Chatbars für so eine gemeinsame Gesprächssituation sondern wir haben noch viel leistungsfähigere KI-Werkzeuge mit denen wir eine gemeinsamen Arbeitsumgebung haben.
00:18:46: und diese agentischen Systeme die können in ne sehr komplexe Aufgabe für uns wie ein Superassistent übernehmen.
00:18:52: So!
00:18:53: Jetzt muss ich aber Wenn ich diesen Führungsanspruch habe, auch die Kompetenz haben diese Werkzeuge so einzusetzen Dass ich auch diese Verantwortung übernehmen kann dass diese Werkzeug genau das machen was sie machen sollen und nicht rechts und links immer die Strenge schlagen.
00:19:10: Das heißt Ich muss da ganz viel Know-how ganz viel verantwortungsbewusst sein.
00:19:16: Ich muss rechtliche Aspekte beherrschen.
00:19:18: also das ist eine wirkliche Herausforderung des Einsatzes dieser Technologie.
00:19:23: Aber sie durchdringt immer mehr das berufliche Leben, das private Leben und das gehört dann auch wieder zum Bildungsauftrag.
00:19:30: Das muss sich den Studierenden gerade in den IT-Nahlenstudiengängen zwingend vermitteln.
00:19:35: Und dazu musst du selber als Lehrkraft natürlich verstehen!
00:19:46: Ich denke gerade auch an die vielen Missgeschicke, die passieren.
00:19:49: Also diese KI-Agenten-Missgeschickel passieren ja ... Ja, auch Leuten, die sich eigentlich auskennen müssten.
00:19:56: also jetzt grade vor ein paar Tagen habe ich hier drüber recherchiert das KI-Agenten, den man beim Coding einsetzt einfach ganze Datenbanken löschen und so weiter.
00:20:05: Und wenn es ist irgendwie klar warum das passiert weil's eben so diese typischen Mensch-KI-Missverständnisse gibt Einfach solchen erzogen werden, weil das ja so ein bisschen wie so das Zauber-Ding ist.
00:20:21: Was die Technikunternehmen uns versprechen, dass wir künftig gar nichts mehr machen müssen oder nicht mehr fehlen und die KIA gerne einfach wissen was sie tun müssen aber gleichzeitig ist klar, dass es gar nicht funktionieren kann.
00:20:31: Siehst du da eine Lösung aus diesem Ausweg?
00:20:33: Dass Lehrende jetzt eigentlich in Vorsprung haben müssten, aber das kaum machbar ist?
00:20:43: Ich habe so einen Widerstreben bei der Aussage, das ist nicht machbar.
00:20:50: Aus meiner Sicht möchte ich das nicht akzeptieren, dass es nicht machbaist.
00:20:54: Es erfordert eine sehr große Anstrengung und das war ganz toll.
00:20:59: Es gab ein Bundestagsausschuss Sitzung zum Tina Chachibitin am April zwanzig dreiundzwanzig.
00:21:05: Und da wurden viele Experten Expertinnen eingeladen und ich war auch einer von denen und wir durften dort auch ein schriftliches Statement in Vorwege formulieren Und das dann auch bei der Sitzung entsprechend möglich vortragen.
00:21:15: Ich habe dort eine zentrale Empfehlung formuliert, nämlich eine Taskforce-Kaibildung für Deutschland und zwar um alle Lehrkräfte an Schulen, Hochschulen und sonstigen Bildungseinrichtungen mit an Bord zu nehmen, also die einmal so abzudelten, ne?
00:21:27: So eine Basisschulung.
00:21:29: Wir wussten ja damals auch nicht wie weitere Entwicklungen so sein würde und haben uns das glaube ich auch nicht vorstellen können wie hyperdynamisch das danach weitergehen.
00:21:37: Aber es erschien mir so unglaublich wichtig zu sein, weil ich natürlich bemerkt habe dass die Lernenden egal ob in der Schule oder Hochschule haben ja diese Technologie begierig aufgegriffen.
00:21:49: Das war für sie wie ich bekam.
00:21:50: Dankes ist Nachrichten und das ist einfach eine großeartige neue Welt die sich für uns auftut.
00:21:57: eine großartige Unterstützung.
00:21:59: aber Die Seite der Lehrenden hat das Thema irgendwie nicht wirklich recht, also nicht so schnell entdeckt.
00:22:06: Auf jeden Fall nicht so schnelle akzeptiert und nicht sehr schnell praktiziert.
00:22:09: So!
00:22:09: Und dieser Gap ist natürlich tragisch wenn die Lehrende den Lernenden so hinterher hängen.
00:22:19: ist eine große, große Gefahr.
00:22:21: Das ist eine wirklich digitale Spaltung.
00:22:24: die geht durchs Klassenzimmer, die geht das Lehrerzimmer Die geht durch den Hörsaal und die müssen wir schnell jetzt möglich schließen.
00:22:32: So und von daher hätte man eine kontinuierliche Qualifizierungsoffensive starten müssen.
00:22:38: Und das muss man eigentlich auch heute noch weil wenn mit diesem Gap der sich ja vielleicht sogar und manchmal sogar noch vergrößert hat, können wir auf Dauer glaube ich nicht wirklich im Bildungsbereich erfolgreich arbeiten.
00:22:51: Und das hat ja auch Sprengkraft für die Gesellschaft.
00:22:54: Das sieht ja Weiträg-Kreise.
00:22:56: von daher... Ja ist es natürlich mühsam und anstrengend aber aus meiner
00:23:01: Sicht... Naja und eine Kostenfrage denke ich ist es auch?
00:23:06: Eine Kostenfrage!
00:23:09: Was ist denn die Alternative, wenn wir das nicht machen?
00:23:12: Um darge soziale Kosten zu hauf.
00:23:14: Und bildungspolitische Probleme zur Haufe.
00:23:19: Natürlich ist das anstrengend und es heißt auch nicht, dass wenn wir so qualifizieren in diesem Bereich, dass diese Technologie dann auch intensiv genutzt werden muss oder geliebt werden muss akzeptiert werden muss.
00:23:33: aber ich brauche doch ein fundiertes Wissen über diese Technologie, um die Vorteile, die Nachteile und die Risiken abwägen zu können.
00:23:42: Ich glaube das ist schon der Bildungsauftrag den wir haben.
00:23:45: Wir können ja nicht einfach die Lernenden sich selbst überlassen und auch setzen, dass sie sich autodidaktisch... Klub weiterfüllen.
00:23:52: Dass
00:23:53: sie schon das Richtige machen, ja.
00:23:54: Man sieht teilweise auch, dass es durchaus problematische Anwendungsfälle gibt, die dann auf Kosten der eigenen Kokktionen gehen können.
00:24:03: Da habe ich mit Katharina Scheiterlangen drüber gesprochen.
00:24:06: Was sind denn die Gefahren?
00:24:07: Wenn man zum Beispiel was sich total anbietet, auch an der Uni oder in der Schule ist Artikel und Texte und Studie nicht mehr selbst zu lesen sondern sich zusammenfassen zu lassen.
00:24:17: Und Katharina Schalter hat schon, finde ich sehr eindrücklich dargelegt.
00:24:21: Warum unser Gehirn diese Abkürzungen auch liebt?
00:24:24: Also warum das sehr, sehr verlockend ist dann Dinge nicht mehr selbst zu machen sondern eben an die KI auszulagern.
00:24:30: und wie schnell es aber auch geht dass sich eben das Gehirnen dann auch anpasst und sagt ja schön dann braucht es ja auch nicht mehr so richtig als Skill vorzuhalten Das macht jetzt ja künftig offenbar eine Maschine.
00:24:41: Ja, das ist der nächste Frage was eigentlich sinnvoll?
00:24:44: Ja, und gerade so im Bildungsbereich gibt es ja schon wirklich tolle Pioniere.
00:24:51: Und Pionierinnen die wir haben unter dem Fall zum Beispiel Yosha Falke, wer ist auch mit Kerntimittel bei uns in unserem virtuellen KI-Kompetenzzentrum?
00:25:01: Und er hat also sehr schön fünf Dimension des Lernens mit KI dargestellt und er sagt das gibt die fünf Dimention lernen mit durch und über KI, aber auch trotz und ohne KI.
00:25:15: Das heißt wenn ich so diese fünf Dimensionen habe dann kann ich natürlich im Unterricht genau das auch mit meinen Lernen diskutieren und sagen okay dieser Aufgabenstellung die versuchen wir ganz bewusst auch mal ohne KI zu bearbeiten wohl wissen dass es mit KI ja zu bearbeiten wäre Das wäre einfacher, aber wir hätten eben nicht diese Kompetenz zuwechseln bei uns.
00:25:39: Und wir haben auch den Anspruch auf bestimmte Dinge wirklich selbst.
00:25:43: Man muss da auch motivieren und ich glaube man muss einfach den Eindruck vermitteln dass man dann nicht hinter dem Berg ist als Lehrende oder als Lehrkraft sondern das man das sehr wohl auch weiß und dann dieses Commitment erzielen mit den Lernenden einen bestimmten Modus zu praktizieren.
00:25:59: Das kann natürlich auch selbst in einer Unterrichtseinheit eine Phase sein wo man mal ganz bewusst etwas ohne macht und dann macht man es wieder mit oder durch.
00:26:08: Also ich glaube, man muss dieses gesamte Repertoire was wir zur Verfügung haben kennen beherrschen und dann eben auch zielorientiert lernen für den Nutz!
00:26:18: Ich mache das zum Beispiel auch so dass wenn ich Texte schreibe dann schreiber die von Hand und zwar so wie ich denke dass ich die schreiben will Und trotzdem nutze ich dann KI.
00:26:29: Also, ich schmeiß dir dann trotzdem eine KI und sag dann guck doch mal was würdest du besser machen?
00:26:34: Dann vergleiche ich das noch einmal und dann finde ich meistens immer doch nochmal so ein paar Sachen wo ich denk ach doch ein stärkeres Verb!
00:26:42: Ach doch ne schönere Formulierung.
00:26:43: und ich findet es für mich jedenfalls persönlich... Ich hab der totale Aversion gegen KI generierte Texte aber das ist für mich irgendwie schon das Beste aus beiden Welten.
00:26:53: Persönlich ja.
00:26:54: Wie seht ihr's?
00:26:56: Also ich bin wieder weggekommen, wenn du mich fragst.
00:26:59: Davon weil ich schon finde dass diese starken Werben halt doch oft die gleichen sind.
00:27:02: ja also mein Gefühl ist das ich inzwischen so eine KI musste Erkennungsmaschine im Kopf habe Die schnell anspringt und auch dann schnell genervt und frustriert ist.
00:27:14: Und tatsächlich glaube Ich besteht die Gefahr Dass man dann faul wird.
00:27:17: Ja also dass dass Du eben Dann Vielleicht Dir nicht mehr die Schönen Wörter überlegst selbst und dann denkst du, ich schreibe jetzt mal irgendwas.
00:27:24: Und dann gucken wir es mal was die KI vorschlägt?
00:27:26: Das ist ja so etwas Doris, das sich echt auch im Bildungsbereich sehe dieses schnell zu verlernen diese ausgefeiteren Dinge, die unser Gehirn machen kann oder schnell so zu sehen hinter uns zu drängen wie machst du's denn?
00:27:39: Also ich mochte es.
00:27:41: oder vielleicht noch eine Geschichte, die eigentlich ganz gut passt.
00:27:44: Und zwar war das glaube ich zwanzig dreinzwanzig bei einer Veranstaltung in Berlin auch zum Thema KI.
00:27:50: und besetzt man das ein?
00:27:52: Und dann meldte sich ein Gymnasiaskink ans Mikro und berichtete dann wie er schreiben möchte Und er dann sagt, wenn er etwas schreibt ist es auch Ausdruck zu seiner Seele.
00:28:03: Er möchte sich mitteilen und er sieht das als sein ... Etwas was ihn so in Person betrifft und wo er sich wiederfinden möchte.
00:28:12: Der hat das kategorisch abgelehnt mit Kai zu schreiben.
00:28:15: Er zielt viel Zustimmung oder Resonanz.
00:28:17: Ich glaube, dass das an vielen Stellen ist.
00:28:20: Wenn ich ein Liebesbrief zum Beispiel schreiben möchte oder bei vielleicht einem Todesfall meine Anteilnahme ausdrücken möchte Das würde mir so wieder streben, da so einen KI-generierten Text zu lesen oder das selber zu benutzen.
00:28:35: Ich glaube es gibt Situationen wo wir als Mensch auch wenn wir's vielleicht formal nicht perfekt formulieren aber wo es doch irgendwas von uns ist was dort auch hineingehen sollte in den Text und ich glaube da geht jeder so... bisschen anders damit rum.
00:28:52: Und bei mir ist es so, ich habe alle möglichen, seit Jahren experimentiere ich hin und her und es gibt auch so Momente wo ich denke, da hab' ich jetzt quasi KI-Gestütz geschrieben in so einem kollaborativen Prozess.
00:29:05: das ist immer noch ein bisschen pingpong und am Ende hätte ich's eigentlich viel einfacher von Anfang an selber schreiben können weil es mich mehr Zeit gekostet hat.
00:29:15: Jetzt immer wieder zu intervenieren oder eine andere Formulierung zu wählen.
00:29:22: Auf der anderen Seite hat es vielleicht auch die Qualität gesteigert, weil ich mich jetzt gerieben habe an dem was mir da irgendein Tool vorgeschlagen hat.
00:29:31: also das ist immer keine Zeit zurückdrehen und sagen okay hätte ich das alleine jetzt viel besser gemacht.
00:29:37: Und
00:29:38: da
00:29:39: ist das was Exploratives aus
00:29:41: meiner Sicht.
00:29:42: Das kann ich total nachvollziehen, so geht es mir auf jeden Fall.
00:29:45: wenn ich Texte nochmal in die KI reinschmeiße dann habe ich quasi wie jemand der mich noch mal religiert und er dann sagt ja nimm doch mal dieses Wort oder jenes Wort und dann kann ich das aktiv nochmal mich aumentscheiden oder auch ablehnen.
00:30:00: Ich kann das nachvollziehen, aber ich denke, es kommt auch sehr stark auf jeden individuell an.
00:30:05: Auch wie stark man sich in der Profession des Schreibens verwurzelt sieht.
00:30:11: Weil sozusagen, ich komme ja ursprünglich aus dem Fernsehen ... Ich sehe mich jetzt persönlich gar nicht so als Schreiberin.
00:30:19: Aber das ist ein
00:30:22: großer Unterschied!
00:30:22: Ich hab noch mal grad drüber nachgedacht über dieses ... Was bringt KI?
00:30:26: Bringt die einen schönen Vergleich, ein schönes anderes Wort.
00:30:30: Und das Interessante ist finde ich schon, dass man ... Das wirkt auf Zone.
00:30:34: Woher hat die KI hier voll den coolen Vergleich gebracht?
00:30:36: Da wäre ich ja nicht darauf gekommen!
00:30:38: Aber oft ist es, wenn man dann genauer drüber nachdenkt was sagt es eigentlich aus, dann sagt es gar nichts aus oder passt halt genau nicht.
00:30:45: Ich habe ein lustiges Beispiel.
00:30:47: Troll auf LinkedIn, der eindeutig KI-generierte Texte schreibt.
00:30:51: Ich frag mich sogar manchmal, ob er komplett seinen KI-Agenten einfach auf mich losgelassen hat?
00:30:55: Der kommentiert gerade fast jeden Post von mir mit ganz langen eindeute KI-Generierten auch völlig unpassenden Kommentaren.
00:31:02: Also der schnappt so ein bisschen das Thema aufeinander und formuliert irgendwas drumherum.
00:31:05: Und braucht glaube ich einfach Aufmerksamkeit!
00:31:08: Dann hab' ich ihm noch gesagt, ich merke dass sie Aufmerksamkeit brauchen aber ich würd Sie bitten nicht mehr bei mir zu kommentieren weil ich mag es nicht wenn einfach KI-Agents einen Unsinn hinschreiben.
00:31:16: oder seinen Agenten irgendwie verärgert.
00:31:18: Und er hat dann unter irgendeinen Post von mir geschrieben, und das glaube ich ist halt so einer von diesen Vergleichen, wo der Typ vielleicht dachte oder der KI-Agent auch was für ein cooler Vergleich, der aber halt total quatschig ist.
00:31:28: Er hat geschrieben wenn Inkompetenz sinngemäß, ich weiß gar nicht mehr wörtlich, aber wenn Incompetenz fahren könnte, dann müsste Frau Wolf Angeln rückwärts den Berg hinauf bremsen also sowas man denkt hey, totaler Quatsch!
00:31:39: Da dachte ich okay, das entlauft ihn halt einfach total.
00:31:43: selbst Schreibt sind nicht auf den ersten Blick, aber auf dem dritten halt genauso unsinnig.
00:31:49: Und ich glaube, ich hab das gefühlt, ich entwickelte grad so wie eine Antenne dafür und entdecke ganz viel.
00:31:55: Also LinkedIn ist ja besonders schlimm, da hatten wir schon mal davon immer wieder völlig irre ... Ja!
00:32:01: Sprachbilder, die einfach keinen Sinn ergeben.
00:32:03: Also aber gut es ist wahrscheinlich jetzt schon ein bisschen mein Thema als Schreibende und ich bin mir sicher in eurem Bereich oder bei der Bildung geht's ja auch um ganz viele andere Dinge also auch um die Frage wie lernt man eigentlich?
00:32:13: Ja
00:32:13: das wäre auch meine Frage nochmal an dich Doris.
00:32:15: Denkst du dass wir das...also viele fürchten ja ums kritische Denken?
00:32:21: teilst du diese Sorge oder ist das Kultur Pessimismus?
00:32:25: Das sind ganz schwierige Fragen.
00:32:27: Ich wollte vorhin schon eine Rückfrage an euch stellen, denn so ein Problem was wir ja haben in der Bewertung dieser Gesamtsituationen und den Prognosen die wir geben Empfehlung die wir formulieren Wir können unsere eigene Sozialisation nicht abschütteln.
00:32:43: also ihr seid aus meiner Sicht extrem sprachaffine Expertinnen die das intensiv gelernt und darauf hinter intensiv praktiziert haben.
00:32:53: ich bin zu sagen nur mal Da ist man nicht so sprachaffin, weil man es doch in der Form nicht so intensiv praktizieren musste.
00:33:02: Das heißt wir bewerten natürlich aus unserer Perspektive mit unserer Sozialisation jetzt diesen Zustand!
00:33:08: Wächst ja aber eine Generation von Menschen heran, die hat das sozusagen von der Pika auf kennengelernt.
00:33:15: Dass man solche Tools benutzen kann.
00:33:17: Was macht das mit denen?
00:33:18: Also wie wird das so deren Umgang mit Sprache verändern?
00:33:22: Wie wird das deren Kommunikation verändern?
00:33:24: wir haben Social Media.
00:33:26: Das haben wir auch einfach im Bildungsbereich viel zu lange bis heute nicht wirklich behandelt und nicht wahrgenommen.
00:33:33: in dem Ausmaß was es hat Und das verbindet sich natürlich jetzt ganz stark mit den KI-Technologien lässt sich gar nicht mehr so klar voneinander trennen.
00:33:41: Also von daher ist die Frage, wie wir damit umgehen?
00:33:45: Wie wir darauf schauen welche Empfehlungen wir geben finde ich ausgesprochen schwierig.
00:33:50: oder seht ihr auch dieses Problem das wir haben mit unserer Perspektive wo wir eigentlich gar nicht neutral auf die Situation schauen können sondern einfach ja wir stecken sozusagen in unsere eigenen Sozialisationsfalle vielleicht
00:34:06: Das ist ja immer so mit neuen Technologien, dass dann natürlich die Generationen, die vor allem ohne diese aufgewachsen sind da besonders skeptisch und kritisch sind.
00:34:13: Und das alles kulturpäsimistisch betrachten.
00:34:17: Eine Frage finde ich schon relevant und ich vermute aber es kann nicht mein eigener Bayes sein.
00:34:24: Ich würde sagen sie weiss schon ein bisschen darüber hinaus über unseren eigenen Bayes.
00:34:28: Das ist diese Frage wie also lernen?
00:34:31: Die kommen noch mal zurück zu Katharina Schalter, die mich so beeindruckt hat.
00:34:35: Lernen ist anstrengend.
00:34:36: Das hat sie ganz klar gesagt.
00:34:37: unser Gehirn entwickelt sich weiter oder Inhalte werden verankert wenn wir uns anstrecken und gleichzeitig unsere Gehirne eben auch von der Evolution her gewohnt eine Abkürzungsmaschine zu sein, also den bequemeren Weg zu wählen.
00:34:49: Weil das natürlich am Ende jetzt verplatzt gesagt auch die Effizienz in unserem Gehirn steigert.
00:34:53: ja wenn wir einfach das machen was nötig ist und ich beobachte es bei allen um mich herum aber natürlich insbesondere weil Leuten in der Schule und an der Uni das halt diese Verlockung sich Sachen zusammenfassen zu lassen und nicht wirklich selbst zu lernen dass sie so groß ist und es gibt ja auch so Beispiele wo man davon hört.
00:35:09: also jetzt aus meinem Bereich habe ich gehört von so einem Hacker Contest, wo sich das gezeigt hat.
00:35:14: Dieser Ponto auch ein Wettbewerb, wo ein Team ... den eigenen Angriff nicht mehr vorführen konnte auf der Bühne, weil sie ihn eben nicht wirklich ganz verstanden hat.
00:35:22: Das ist jetzt sehr high-level und macht ein anderes Thema aus meinem Bereich.
00:35:26: Der Organisator hat mir gesagt die haben ihren eigenen Angriff natürlich mit KI entwickelt.
00:35:30: Ist ja logisch das ist in der Cyber Security oder beim Coden einen natürlichen Ding was alle machen.
00:35:36: Und man bekommt von der KI immer so das Gefühl vermittelt du hast alles verstanden wir machen das hier zusammen.
00:35:42: Man denkt eigentlich immer mal hat es selbst gemacht was am Ende die Faktion die KI gemacht hat?
00:35:46: und er hat gesagt dazu führt dass die ihren eigenen Angriff nicht ganz verstanden haben und ihn deswegen noch nie mehr vorführen konnten.
00:35:52: Ja, siehst du gute Ansätze in der Bildung solchen Dingen zu begegnen?
00:35:58: Also wie schaffen wir es?
00:36:00: diese Mühe im Lernen uns zurückzuerobern oder diese auch zu embracing und klarzumachen.
00:36:06: Wir wollen eigentlich Mühe haben!
00:36:09: Ich bin jetzt nicht die Bildungswissenschaftlerin und ich schätze Katharina Schalter außerordentlich.
00:36:17: Faltung zu diesem Thema.
00:36:18: Und ich habe immer so ein Störgefühl, wenn dann ... behauptet wird lernen muss mit Frustration, mit großer Anstrengung kann hergehen.
00:36:27: Nur dann ist das so wie du musst ins Fitnessstudio gehen und dich richtig quälen damit du richtig Muskeln auftauchst.
00:36:36: Ich wage dort eine Gegentease.
00:36:37: ich behaupte dass wir auch sehr viel lernen wenn wir in unserem Flow sind also wenn wir etwas machen was uns sehr stark motiviert wo wir uns umso ganz rein geben in ein Thema und diese anstrengungen überhaupt nicht als Anstrengung, sondern eher als Erfüllung wahrnehmen.
00:36:55: Und auch da passiert doch etwas ohne dass es frustrierend ist und anstrengend ist.
00:37:00: Ich hatte immer das Gefühl, wenn unsere Generation ... Ihr seid natürlich jünger, aber so wie von unserer Position aus darauf schauen, wie die Jungs jetzt lernen sollten, dass es für die genauso anstrend sein muss wie für uns!
00:37:14: Das ist ein bisschen eine Neidebatte weil wir dahin schon sagen was haben dies doch leicht?
00:37:20: Ja, wir können das alles bei Knopfdruck machen.
00:37:22: Alles ganz easy way und wie es uns aussehen muss.
00:37:24: Wir müssen die Bibliothek rennen.
00:37:25: Die Fährleihe machen wochenlang auch Biobaten und so was.
00:37:29: Was haben wir für Zeit und Mühe und Nerven investiert?
00:37:32: Und die machen sich einfach vorsichtig anblickend.
00:37:34: Also ich glaube... Das ist dann wieder eine Antwort der Bildungsfreiheit.
00:37:38: Der Schluss
00:37:39: kann ja nicht lernen sein.
00:37:41: Genau!
00:37:43: Ich wage wirklich die Gegenkiste.
00:37:45: Natürlich kann es mit Anstrengungen... eine Facette.
00:37:50: Aber das Idealbild für mich als Lehrkraftwart ist immer, dass ich mit Studierenden ein Thema finde, was sie total motiviert – wo die voll reingehen, wo die alles reingeben und sich voll entfalten können, sich mit dem Thema entwickeln auf das Ergebnis stolz sind, das gerne nach außen tragen ihre eigene Selbstwirksamkeit erleben und einfach Freude am Lernen entwickeln.
00:38:18: Das andere ist ja Echtquälerei, weil wir schon sagen, du musst sehr anstrengend, das muss auch frustrierend sein.
00:38:24: Ich möchte mal kurz Katharina scheitert verteidigen, denn die sprichten nicht von Frustrieren!
00:38:27: Nein
00:38:28: aber ich habe andere Kontexte.
00:38:29: da wird gesagt dass es da muss stehen frustriernd so.
00:38:33: So dann hab ich gesagt Anstrengt vielleicht, aber frustrierender ist das ist mir zu mehretig.
00:38:38: also so jetzt mein Anspruch immer gewesen als Lehrkraft dem Anspruch nicht garantiell immer gerecht worden.
00:38:45: Aber ich habe mich immer bemüht, etwas zu finden wo ich gedacht hab das fasziniert die.
00:38:51: da sind sie angefixst und damit mögen die sich gerne beschäftigen und dann lernen die noch was dabei?
00:38:58: also diese Kombi zu finden ein Thema was wirklich motiviert was wirklich ziele die wir im Bildungsbereich anstreben, auch unterstützen das zu finden.
00:39:11: Wenn man das hat, dann hat man wirklich ein ganz erfolgreicher Schritt gewählt.
00:39:24: An der Stelle machen wir mal
00:39:25: einen
00:39:26: harten Schnitt bei unserem Interview mit Doris Wesels denn in Wahrheit geht das Interview noch länger.
00:39:33: Wir sprechen nochmal vierzehn Minuten mit ihr ungefähr roundabout.
00:39:38: aber das war es jetzt.
00:39:39: Teil eins von unserem großen Sommerinterview.
00:39:41: in zweiter Eil.
00:39:43: Cliffhanger vielleicht?
00:39:44: In Teil zwei kommt ein sehr optimistisches Zukunfts-Szenario, was euch allen hilft, glücklich und mit Spaß in die Zukunft zu schauen!
00:39:54: Und damit war's es für heute vom Daytalk Tech einen CT Podcast.
00:39:59: Mit mir ist Wer Eckert...
00:40:00: ...und mir Eva Wolfange.
00:40:02: Musik und Produktion Marco Pauli.
00:40:04: macht's gut und wir hören uns nächste Woche.
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